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Kanzlei, Rechtsanwalt, Gießen

Wuff! (Versorgung eines Haustiers)

Auch ein Hundeleben ist nicht leicht, wie eine Entscheidung des Landgerichts München aus dem Jahr 2004 zeigt. In dem Fall hatte eine geschiedene kinderlose Frau einen Hund namens Berry hinterlassen. In ihrem Testament hieß es: „Mein letzter Wunsch ... meine Erben sind mein Hund Berry und meine Geschwister, bitte nicht streiten, Eure Tante“. 

Nach ihrem Tod nahm eine Bekannte, wie mit der Erblasserin zu Lebzeiten verabredet, Berry in ihre Obhut.
Im Erbscheinsverfahren vertrat die Bekannte dann die Auffassung, dass der Hund (sie meinte wohl eher sie selbst) Miterbe und somit am Nachlass zu beteiligen sei. Das sei falsch, beschied das LG München. Zum einen sei ein Hund nicht erbrechtsfähig. Aber auch eine Auslegung dahingehend, dass derjenige einen Erbteil erhalten solle, der Berry zu sich nehmen solle, sei nicht möglich. Zum einen würden sich hierfür aus dem Testament keine Anhaltspunkte ergeben. Zum anderen mache die Formulierung „Eure Tante“ deutlich, dass jedenfalls kein familienfremder als Erbe in Betracht komme. Daher sei auch die Bekannte keinesfalls bedacht worden. 

Praxistipp: 
Will ein Erblasser die Versorgung eines treuen Vierbeiners gewährleisten, kann es dies am Besten durch eine sogenannte Auflage zu Lasten eines der erbberechtigten Verwandten oder Bekannten in seinem Testament sicherstellen. Eine direkte Erbeinsetzung ist nicht möglich.

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